Flatrate für DSL, ISDN oder Modem Internetzugang
TANSTAAFL
Was ist das Geschäftsmodell hinter einer Flatrate?
Alle (nein, nicht wirklich) werben mit Flatrate – aber kaum einer sagt, was denn nun wirklich dahinter steht. Deshalb hier eine kurze Zusammenfassung.
Welche Geschäftsmodelle stecken hinter
Flatrate-Angeboten – was funktioniert auf wessen Kosten und
und was funktioniert nicht.
Informationen zu weiteren abgekündigten Angeboten oder
Goldener Handschlag-Mails werden gerne aufgenommen.
- klassisch fair
- dem Anbieter entstehen mit seinem Angebot keine Zeit- oder
Volumenabhängigen Kosten. Dem Kunde werden nur die tatsächlich
erbrachten Leistungen (z.B. Installation, Betrieb der Infrastruktur,
Support) in Rechnung gestellt.
Da bei vielen Providern Zeit- und Volumenabhängigen Kosten
anfallen, ist dieses Modell eher selten zu finden. - klassisch easy usage
- Alle Nutzer haben in etwa dasselbe Nutzungsverhalten und wollen
eine möglichst einfache Rechnung und einfach kalkulierbare Kosten.
Sie nehmen dafür in Kauf, die Kosten von überdurchschnittlich
starken Nutzern mitzutragen.
Im weiteren Sinne gehören auch gedeckelte Tarife in diese
Gruppe, das heisst: volumen- oder zeitabhängige Kosten fallen nur
bis zu einer definierten Obergrenze an, danach entstehen keine
weiteren Kosten. - klassisch unvermögend
- Der Anbieter hat keine Möglichkeit, Volumen oder Zeit in
Rechnung zu stellen, da z.B. seine Technik keine entsprechenden
Daten liefert. Solche Flatrates sind zum Beispiel häufig in
den Telefon-Ortsnetzen US-Amerikanischer Telefongesellschaften
zu finden (unmetered local calls).
Die in der Diskussion befindliche Kultur-Flatrate kann man ebenfalls in diese Rubrik einordnen: Der Versuch, alle “Nutzer” (Internet-Nutzer oder Bürger oder was?) für nicht kontrollierbare “Dienste” zahlen zu lassen
heise: SPD prueft Kultur-Flatrate. - marketing-speak
- Flatrates, die keine Flatrates sind, zumindest nicht aus Sicht der
vieler Kunden. Dazu gehören insbesondere- Flatrates, die nur bis zu einem bestimmten Zeit- oder Volumenkontingent
‘Flat’ sind und danach entweder weitere Kosten entstehen oder
die Leistung eingeschränkt wird.
Derartige Angebote haben einen Charme, der mit einem
‘Mindestverzehr’ in der Gastronomie vergleichbar ist.Arcor bietet z.B. spätestens seit 2006-11-16 (da hatte ich die Reklame im
Briefkasten) eine sogenannte Telefon-Flatrate an, die offenbar nur bis
2007-03-31 flat ist, danach fallen zeitabhängige Gebühren an.
Das ganze bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten. - Angebote, bei denen sich die Flatrate nur auf einen
Teil des Angebots bezieht, wie z.B. Telefongespräche
innerhalb des Netzes eines Anbieters
- Flatrates, die nur bis zu einem bestimmten Zeit- oder Volumenkontingent
- new economy fat money
- Ziel der Flatrate ist es, der Konkurrenz die Kundschaft abzuziehen.
Wenn eine monopolartige Stellung erreicht ist, kann der Anbieter
die Flatrate abschaffen oder zu weit überhöhten Preisen anbieten. - new economy no money
- Der Anbieter geht mit einer billigen Flatrate an den Markt, um möglichst
schnell möglichst viele Kunden zu gewinnen.
Wenn die Zahlen gut sind, wird die Firma schnellstmöglich verkauft. - klassisch schlecht gelaufen:
- Die Flatrate wird zu billig angeboten, die Kosten durch Gross-Nutzer
unterschätzt.- Kunden werden unter Druck gesetzt, ihren den Vertrag vorzeitig
zu kuendigen (XXL mh?) - Goldener Handschlag: Power-Sauger bekommen Geld geboten,
damit sie den Anbieter wechseln.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/60413 - Dienst wird im Leistungsumfang eingeschränkt. So geschehen
z.B. beim XXL-Tarif der Telekom, der nichtmehr für
Internetzugang verwendet werden darf und von dem aus
die meisten Rufnummern von Internetzugängen gesperrt sind.
Eine andere beliebte Einschränkung sind Filter für Dienste,
die viel Traffic verursachen (z.B. Musik-Tauschbörsen). - Das Flatrate-Angebot wird zurückgezogen
- Kunden werden unter Druck gesetzt, ihren den Vertrag vorzeitig
Flatrate in der Presse
- onlinekosten.de: 1&1 kündigt Power-Quasslern VoIP-Flatrate
- golem: DSL-Anbieter Getacom meldet Insolvenz an
- 2007-02-21 heise.de: Teldafax
drosselt ab 20-30GB/Monat den Durchsatz und will auf
Volumentarife umstellen. Die “Double-Flat” kostet aktuell
19,95 Euro/Monat.
Beispiele
http://www.hetzner.de/rootserver.html#traffic (Stand 20060724):
* Der Trafficverbrauch ist kostenlos. Zu Ihrer Kontrolle wird bei Überschreitung von 1.000 GB/Monat die Anbindung auf 10 MBit/s reduziert, die Sie kostenlos in Ihrer Hetzner Administrationsoberfläche für jeweils weitere 250 GB wieder erhöhen können.